Fortbildung Tritta

Fortbildung: Sexuelle & geschlechtliche Vielfalt in pädagogischen Kontexten | 08./09. Oktober

„Alles so schön bunt hier?!“
Sexuelle & geschlechtliche Vielfalt in pädagogischen Kontexten
– Sensibilisierung, Handlungsfähigkeit und Antidiskriminierung

Freiburg, Montag und Dienstag 08./09. Oktober 2018: 2-tägige Fortbildung für
pädagogische Fachkräfte in Jugendhilfe und Schule, Bildungsarbeit und Beratung
Der CSD in Freiburg Ende Juni zählte über 8.000 überwiegend junge Besucher_innen, die „Ehe
für alle“ ist gesetzlich verankert und im Mainstream-Kino laufen Filme, die von gleichgeschlechtlicher
Jugendliebe erzählen … auf den ersten Blick könnte mensch zu dem Schluss
kommen, die Frage nach der Gleichstellung von LSBT*TIQA wäre ausreichend beantwortet.

Das alltägliche Leben vieler junger Menschen sieht jedoch nach wie vor anders aus: Lesbische,
schwule, bisexuelle, asexuelle, queere, transgeschlechtliche und intergeschlechtliche junge
Menschen sind wenig bis gar nicht sichtbar im (pädagogischen) Alltag; sie stehen oft unter
großem Druck, sich verbergen zu müssen und sehen sich subtilen Abwertungen oder gar
offenen Gewalthandlungen ausgesetzt. Diskriminierende Äußerungen wie „Du Mannsweib!“
oder „Schwule Sau!“ oder auch das Unverständnis von Erwachsenen, wenn trans* Jugendliche
darum bitten, mit ihrem Wunschnamen angesprochen zu werden, sind Beispiele hierfür.

Diese Verhältnisse und Erfahrungen haben gravierende Auswirkungen auf junge Menschen,
deren Identität und Begehren nicht den vorherrschenden Normen entsprechen: Stress,
Einsamkeit und Zukunftsängste sowie bspw. Depressionen und ein erhöhtes Suizidrisikio sind
überdurchschnittlich häufig die Folge.

Sind hingegen pädagogischen Fachkräfte für einen bewussten Umgang mit sexueller und
geschlechtlicher Vielfalt qualifiziert, können sie einen relevanten Beitrag zur Erhöhung der
Lebensqualität, der Entwicklungsmöglichkeiten und der Teilhabechancen Betroffener beitragen:
Indem sie junge LSBT*TIQA und ihre Bedürfnisse mit im Blick haben, in dem sie als
sensibilisierte Ansprechperson zur Verfügung stehen, wissen wohin sie weiterverweisen
können und parteilich intervenieren bei Diskriminierung und Gewalt.

Und weiter: von einer geschlechterreflektierten und differenzsensiblen Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen aller Geschlechter profitieren letztlich auch alle Adressat_innen (und auch
Pädagog_innen), denn die Entlastung von vorherrschenden Männlichkeits*- und Weiblichkeits*
anforderungen eröffnet allen neue Möglichkeiten.

Zielgruppe:
Menschen aus allen pädagogischen Professionen und pädagogischen Ehrenämtern, wie
Erzieher_innen, Sozialassistent_innen, Sozialarbeiter_innen, Sozialpädagog_innen, Schulsozialarbeiter_
innen, politische Bildner_innen, Lehrkräfte und Leitungskräfte pädagogischer
Institutionen, in der Politischen Bildung Tätige sowie Menschen, die sich in der Ausbildung
bzw. im Studium zu einem dieser Tätigkeitsfelder befinden.

Ziele:
Die Fortbildung zielt darauf ab, den Teilnehmer_innen Basiswissen zu vermitteln zu gesellschaftlichen
Anforderungen und Diskriminierung im Kontext von Geschlecht und Begehren auf
der einen und der tatsächlich bestehenden Vielfalt auf der anderen Seite. Eine Sensibilisierung
für die Lebensrealitäten junger LSBT*TIQA bietet Chancen für die Reflektion und
Weiterentwicklung der eigenen professionellen Haltung. Weitere Ziele sind die Stärkung der
eigenen Handlungsfähigkeit und die Anregung einer antidiskriminierenden Perspektive auf
den eigenen pädagogischen Kontext.

Arbeitsweise und Inhalte:
Wir arbeiten mit Wissensvermittlung durch Inputs und Medien, Gruppenarbeit, Einzelübungen
zur Selbstreflektion und Fallbeispielen. Weiterhin wird es Raum für Austausch und Fragen
geben sowie ein breites Angebot an weiterführender Literatur und Materialien. Inhalte sind:

  • Grundlagenwissen zu geschlechtlicher, sexueller und amouröser Vielfalt
    sowie den gesellschaftlichen Anforderungen im Kontext von Geschlecht
  • Auseinandersetzung mit Lebensrealtitäten junger LSBT*TIQA
  • Anregungen zur Selbstreflektion und Biografiearbeit
  • Impulse für eine antidiskriminierende Ausrichtung der eigenen Angebote, Einrichtungen, Teams und Träger
  • Ein erster Blick auf Interventionsbedarfe und -möglichkeiten im eigenen Handlungsfeld

Termin & Zeiten: Montag, 08. Oktober, 10-18h und Dienstag, 09. Oktober 2018, 9-17h

Ort: Margarete-Ruckmich-Haus | Charlottenburger Str. 15 | 79115 Freiburg
Begrenzte Übernachtungsmöglichkeiten im Haus – nicht inbegriffen!

Veranstaltet von: Tritta e.V. – Verein für feministische Mädchenarbeit und der
Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen*politik Baden-Württemberg e.V.

Referent_innen:
Miri Krell, Dipl.-Psycholog_in –
Fachkraft für geschlechtliche & sexuelle Vielfalt und Antidiskriminierung
Kathrin Hälker, B.A. Erziehungswissenschaft –
Hauptamtliche Mitarbeiterin bei Tritta e.V.

Kosten: 135€ inkl. Mittagessen & Pausenverpflegung | Studierende 70€

Anmeldung: Max. 16 TN – bitte bis 15.09.18 an: ed.gr1534764504ubier1534764504f-att1534764504irt@o1534764504fni 1534764504 | 0761-2927508

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